Bewusstsein

Mir scheint für unseren Blog zur Vorstellung unserer Arbeit eine Auseinandersetzung mit dem Wort Bewusstsein als äußerst hilfreich, denn allein diese Wortexploration streift so viele Themen, die in unserer Arbeit Anwendung finden und uns begleiten, so dass es für Euch auch nochmal spannend zu verstehen ist: wo kommen die beiden eigentlich her? Was denken und glauben sie?

Here we go. Ich bin ein Fan Worte erst einmal in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen. Ist bei unserem heutigen Wort also zweiteilig: BEWUSST und SEIN. Oha – das empfinde ich doch als erste tiefgehende Hypothese, wobei es sich für mich persönlich schon fast eher nach Erkenntnis anfühlt: in dem Wort des Bewusstseins geht es also um das bewusste SEIN. Aha - spannend. Was aber ist denn eigentlich dieses SEIN?

Sich dieser Frage zu nähern, scheint eine Aufgabe zu sein, die alle bisher dagewesenen Epochen der Menschheit vereint. Hierüber finden sich Bücher, Schriften, Abhandlungen und hier und da auch dogmatische Lebensführungskonzepte. Long story short – man oder besser gesagt „wir“ werden uns da irgendwie noch nicht einig.

Das wiederum liegt meines Erachtens unter anderem daran, dass das SEIN an sich gar nicht objektiv erklärbar ist. Heißt, nur weil es irgendwo steht, ist es lange noch nicht wahr. Wir Menschen haben eins gemeinsam: wir nehmen unser SEIN wahr, werden diesem gewahr. Problem an der Sache? Jeder auf seine bestimmte Art und Weise. Abhängig von unseren Lebenserfahrungen, die wir machen. Von unserer Kultur in der wir aufwachsen. Menschen und Kontexte die uns umgeben. Ihr könnt Euch vorstellen und erlebt es selbst Tag für Tag aufs Neue: daraus entsteht auf dieser Welt ein ganz schön bunter Haufen von SEINS ;-)

Einige völlig abgeschnitten von der Frage: wer oder was bin ich eigentlich? Andere hingegen seit Jahren auf Erkundungstour: wer bin ich und wenn ja wie viele? Dass es da schwierig ist auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, was das SEIN in seiner Essenz eigentlich ist, ist für mich absolut nachvollziehbar.

Zwischenfazit: es gibt viele unterschiedliche Seins hier auf Erden – wir beschreiben das in unserer Arbeit als „Eigensinn“ (vielleicht wäre auch Eigensein schön gewesen. Ist in unserer Sprache jedoch auch etwas negativ konnotiert dieses „eigen sein“ – weswegen wir Eigensinn stimmiger fanden).

Wenn aber doch alle so unterschiedlich sind, wie kommt es dann dazu, dass sich innerhalb von diesen SEINS doch Gruppen bilden, die eher das eine oder das andere glauben oder es zumindest als wahr empfinden? Meine Erklärung, weil sie ihre Wahr-Nehmung teilen. Sie haben ähnliche Dinge bereits erlebt, 80% sind deckungsgleich, kommen näher zusammen, auf den größten gemeinsamen Nenner. Heißt im Umkehrschluss: meine Erfahrungen im Leben bestimmen auch über meine Wahrnehmungen im Leben bestimmen über meine WAHRHEITEN im Leben.

Weiß nicht wie es Euch geht, aber ich möchte kurz einmal sacken lassen: meine Erfahrungen bestimmen über meine Wahrnehmungen bestimmen über meine Lebenswahrheit.

Wenn ich das so lese, denke ich gerade: okay – dann bin ich meinem Leben hier auf Erden ja einfach ausgeliefert. Je nachdem, was mir im Leben so passiert, ist es dann. Punkt. Ende aus. Schicksal – kann man nichts machen! Fremdgesteuert. Aussichtslos. Aller Voraussicht nach auch sinnlos.

Wie gut, dass unser zerlegtes Wort noch einen zweiten Wortstamm mit sich bringt. Nämlich „BEWUSST“. Schauen wir uns dieses Wörtchen doch mal genauer an. Bewusst wird im Duden beschrieben als „um etwas wissend“, „sich über etwas völlig im Klaren sein“, „absichtsvoll“. Welche Absicht denn jetzt? Und worüber bin ich mir völlig im Klaren? Was an meinem Sein ist „um etwas wissend“? Und was weiß es?

Darum geht es, wenn wir hier über Bewusstsein sprechen. Um den aktiven, steuernden, orientierungsgebenden, klaren, wissenden Funken in unserem Sein. Der, der schon immer in uns wohnt, uns Orientierung und Sinn in all unseren menschlichen Erfahrungen schenkt und der uns ein ganz klares Feedback gibt, ob wir gerade auf unserem richtigen Lebensweg sind oder uns ggf. verirrt haben, in einer Sackgasse stecken, einen Richtungswechsel brauchen. Ich glaube das ist auch damit gemeint, wenn wir sagen: es steckt alles in Dir. Du hast alles, was Du brauchst. Deinen inneren Kompass zur Steuerung Deines eigensinnigen Seins hier auf Erden :-)

So und nehmen wir mal an, an meinen Ausführungen ist etwas dran… für mich als Autorin dieses Textes ist das natürlich so: meine Erfahrungen meine Wahrnehmungen meine Wahrheiten. Dann sollte doch ein Großteil unseres Lebens darauf verwendet werden den Kontakt zu dieser Instanz in uns – unserer Essenz Kontakt aufzunehmen, diesen zu pflegen und zu hegen.

Jetzt ist es in unserer heutigen Gesellschaft häufig so, dass dieser „Kontakt“ ein Stück weit abhandengekommen ist, bei manchen nur leicht eingefärbt, bei anderen komplett versunken und aktuell nicht erreichbar. Müsste freigelegt werden, um wieder ein Signal empfangen zu können.

Genau darum geht es in unserer Arbeit: einen stimmigen Kontakt zu Deiner Essenz zu kultivieren, um Dein eigenes Navigationssystem für Dein Leben immer dabei zu haben und Deinen Haltepunkten im Leben einen Sinn zu geben auf Deiner Durchreise und damit den nötigen Fokus, die Energie und Dankbarkeit ein erfülltes, lebendiges und bewusstes Leben zu führen anstatt Dich über Jahre leer, betäubt, orientierungslos und ohne Lebensfreude zu sein.

Ganz konkret, wer braucht wann was? Da gibt es keine Pauschalaussage – eine Sache ist jedoch hoffentlich deutlich geworden. Es gibt unterschiedliche Checkpoints im Leben die schon Aufschluss darüber geben, in welchem Bewusstsein wir uns als individueller Mensch gerade befinden. Und da gibt es kein „besser“ oder „schlechter“, sondern es gibt eher „Erfahrungsgruppen“. Das ist auch der Grund, warum wir sukzessive unsere Angebote auf unterschiedliche Erfahrungsgruppen ausrichten werden, so dass jeder in seinem individuellen Prozess dort abgeholt werden kann, wo er steht.

„Jeder Mensch ist ein Versuch des einen Bewusstseins, sich seiner selbst gewahr zu werden“.

So sei es!

Sonja

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